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Lebensmitteltaugliche Infrastruktur für Fermentationsskalierung
GEA und Biotechnology Fermentation Factory arbeiten gemeinsam an einer offenen Pilotanlage für Präzisions- und Biomassefermentation am NIZO Food Innovation Campus in den Niederlanden.
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GEA Group und die Biotechnology Fermentation Factory (BFF) kooperieren bei der Umsetzung einer lebensmitteltauglichen Präzisions- und Biomassefermentations-Pilotlinie, die die Lücke zwischen Laborentwicklung und industrieller Herstellung in der Lebensmittel- und Zutatenbiotechnologie schließen soll.
Kontext der Zusammenarbeit
GEA ist ein internationaler Anbieter von Prozesstechnologien für die Lebensmittel-, Getränke- und biopharmazeutische Industrie. BFF betreibt eine gemeinnützige, offene Skalierungsinfrastruktur für fermentationsbasierte Lebensmittelinnovation. Die Zusammenarbeit adressiert ein häufiges technisches Hindernis der Präzisionsfermentation: den Mangel an mittelgroßen, lebensmitteltauglichen Anlagen, in denen Laborprozesse unter realistischen industriellen Bedingungen validiert werden können. Diese Lücke verzögert häufig Investitionsentscheidungen und den Technologietransfer. Durch die Kombination von GEAs Engineering- und Systemintegrationskompetenz mit dem Open-Access-Betriebsmodell von BFF entsteht eine gemeinsam nutzbare Infrastruktur, deren Aufbau für einzelne Entwickler in der Regel nicht wirtschaftlich wäre.
Technische Lösung und Aufgabenverteilung
Im Rahmen des Auftrags liefert, installiert und nimmt GEA eine integrierte Fermentations-Upscaling-Linie am NIZO Food Innovation Campus in Betrieb. Das System umfasst Upstream- und Downstream-Einheiten für Medienaufbereitung, kontrollierte Fermentation, Zellernte sowie Filtration zur Produktgewinnung und -politur. Zentrale Komponenten sind 1.000-Liter- und 10.000-Liter-Fermenter für den lebensmitteltauglichen Betrieb, ergänzt durch Automatisierungs- und Validierungsleistungen. GEA verantwortet Systemengineering, Integration und Inbetriebnahme, während BFF den Anlagenbetrieb übernimmt und Prozesskompetenz, Qualitätsverfahren sowie Vertraulichkeitsrahmen für Nutzer bereitstellt.
Implementierung und Integration
Die Installation ist für 2026 vorgesehen, der Pilotbetrieb ab 2027. Die neue Linie ergänzt die bestehenden Pre-Pilot- und Biomassefermentationsanlagen von BFF und ist direkt an die Downstream-Processing-Pilotanlage von NIZO auf demselben Campus angebunden. Diese räumliche und technische Integration ermöglicht es Anwendern, Fermentation, Primäraufarbeitung, Konzentration und Reinigung innerhalb einer konsistenten Prozessumgebung durchzuführen, wodurch Schnittstellenrisiken reduziert und die Datenkontinuität über alle Prozessschritte hinweg verbessert werden.
Anwendungen und Einsatzszenarien
Die Anlage richtet sich an Unternehmen der Lebensmittel- und Zutatenbiotechnologie, die präzisionsfermentierte Proteine, Enzyme, Aromen, Duftstoffe und weitere funktionelle Biomoleküle entwickeln. Typische Anwendungsfälle sind die Validierung von Skalierungsparametern, die Herstellung von Material für sensorische und anwendungsbezogene Tests sowie die Erzeugung entscheidungsrelevanter Datensätze zur Vorbereitung erster kommerzieller Produktionsinvestitionen.
Erwartete Wirkung
Statt Leistungsversprechen zu formulieren, zielt die Zusammenarbeit auf die Reduzierung technischer und organisatorischer Risiken ab. Der Zugang zu standardisierter, lebensmitteltauglicher Pilotinfrastruktur ermöglicht reproduzierbare Versuche, konsistente Datengenerierung und einen beschleunigten Übergang von der Laborentwicklung zur industriellen Reife und unterstützt damit effizientere Entwicklungsprozesse in der biotechnologiegestützten Lebensmittelproduktion.
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